Skip to main content

Immer mehr Kliniken eröffnen Ausbildungsstationen für Pflegekräfte. Unter fachlicher Anleitung betreuen dort Auszubildende eine kleine Anzahl Patienten eigenverantwortlich. Dieser innovative Ansatz ermöglicht eine intensive praktische Ausbildung in einem geschützten Rahmen.

Die Pflegeausbildung in Deutschland hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Krankenhäuser richten vermehrt spezielle Stationen ein, auf denen angehende Pflegekräfte unter realen Bedingungen lernen können. Zumeist befinden sie sich bereits im zweiten oder dritten Ausbildungsjahr. Auf einer Ausbildungsstation übernehmen die angehenden Pflegekräfte schrittweise eigenverantwortliche Tätigkeiten, die ihrem Ausbildungsstand entsprechen. In dem mehrere Wochen dauernden Aufenthalt durchlaufen sie verschiedene Bereiche wie Grundpflege, medizinische Versorgung und organisatorische Abläufe.

Bei der Übergabe übernehmen die Auszubildenden, zusammen mit der sie betreuenden Praxisanleitung, die Patientendaten und planen die anstehenden Aufgaben. Anschließend führen Sie Maßnahmen wie Körperpflege, Mobilisation oder Medikamentengabe selbstständig durch. Speziell für diese Tätigkeit ausgebildete Praxisanleitungen oder erfahrene Pflegekräfte stehen jederzeit für Fragen oder Unterstützung bereit. Am Ende jeder Schicht wird gemeinsam besprochen, was gelernt wurde, welche Erfahrungen die Auszubildenden gemacht haben und was geändert beziehungsweise verbessert werden könnte.

Diese zeitnahe Reflexion des eigenen Handelns sowie das individuelle Feedback durch erfahrene Pflegekräfte ist von großer Bedeutung für den Lernerfolg. Auch die enge Verbindung von Theorie und Praxis ist entscheidend. Leider ist dafür im normalen Klinikbetrieb oft zu wenig Zeit und Auszubildende laufen sozusagen in der Praxis oft nebenher. Dagegen dürfen die Lernenden auf der Ausbildungsstation mehr Verantwortung  übernehmen und den Stationsalltag aktiv mitgestalten. Dadurch wird nicht nur ihr Selbstbewusstsein gestärkt, sondern durch die realitätsnahen Abläufe auf der Ausbildungsstation fühlen sich die Lernenden nach der Ausbildung auch sicherer in ihrem Beruf.

Doch auch für das Stammpersonal, die Patienten, und das Krankenhaus selbst bieten sich Vorteile durch diese Art der Ausbildung. Krankenhäuser profitieren von besser ausgebildeten Pflegekräften, die nach der Ausbildung schneller eigenständig arbeiten können. Da die Auszubildenden mehr Aufgaben übernehmen können, kann das Stammpersonal sich auf komplexere Tätigkeiten konzentrieren. Die Praxisanleiter können sich hingegen auf die Lernqualität anstatt auf das Zeitmanagement konzentrieren. Kliniken mit Ausbildungsstationen haben oft weniger Probleme, neue Auszubildende zu gewinnen. Aber auch die Patienten profitieren. Ihre pflegerische Versorgung findet nach neuesten Erkenntnissen statt. Auf der Ausbildungsstation bleibt mehr Zeit, um sich mit den Patienten zu befassen. So werden die Patienten umfassend in den Pflegeprozess eingebunden und dabei ausführlich über die Abläufe informiert.

Ausbildungsstationen sind ein Zukunftsmodell für eine praxisnahe und hochqualifizierte Pflegeausbildung. Sie bieten Auszubildenden eine optimale Vorbereitung auf den Beruf. Krankenhäuser, die in solche Konzepte investieren, setzen ein starkes Zeichen für die Zukunft der Pflege – und machen den Pflegeberuf für junge Menschen noch attraktiver.